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21.7.2010 von Stefan Grabrucker.
10 kleine Männer,
die führten mal ein Land,
da kam die böse Angela,
und trieb sie an den Rand.
10 kleine Männer,
die scherten sich nen Dreck,
der Merz trieb es dabei zu bunt
und plötzlich war er weg.
9 kleine Männer,
die spielten gerne Boss,
der Stoiber war der Schlimmste,
schon fiel er von dem Ross.
8 kleine Männer,
die machten sich gern groß,
der Huber war der Kleinste,
schon bald war sie ihn los.
7 kleine Männer,
die rüttelten am Thron,
der Althaus passte gar nicht auf
und schon war er davon.
6 kleine Männer,
die schlossen ihre Länder zu,
dem Oettinger half das nicht viel,
der musste zur EU.
5 kleine Männer,
die dachten sie seien wer,
den Koch, den kleinen Hetzer,
den powerte sie leer.
4 kleine Männer,
die wollten aufbegehrn,
den Rüttgers machte sie ganz klein,
jetzt möcht er Rentner wern.
3 kleine Männer,
die wunderten sich sehr,
gesucht wurde ein Präsident,
der Wulff, der musste her.
2 kleine Männer,
die waren nunmehr treu,
der Ole wollte gar nicht mehr,
da machte sie ihn scheu.
1 kleiner Schäuble,
der hält noch tapfer aus,
doch Angela blick mürrisch,
schon bald, da ist er raus.
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20.7.2010 von Stefan Grabrucker.
Ich weiß, es ist Sommer, schönes Wetter und eigentlich gibt es gar keinen Grund, an einem Samstag Abend fernsehzuschauen… aber erschöpft von Kindergeburtstag und 90-Jahr-Feier des FC Langengeisling habe ich mich einfach auf die Couch fallen lassen… und bin bei Pro7 hängengeblieben. Dort lief eine neue Show, Solitary, wegmoderiert von Sonya Kraus, die für Geld scheinbar alles macht.
Eine Show, in der neun Menschen für neun Tage jeweils in eine 8m² große Zelle gesperrt werden. Angeblich sind diese Menschen sogar prominent, aber ein Playmate, Mister Deutschland oder eine Außenreporterin von Galileo als Promi zu bezeichnen, ist natürlich schon sehr gewagt. Wie dem auch sei, diese Menschen werden also in Isolationshaft genommen, ohne Kontakt zur Außenwelt oder untereinander, ständig beobachtet. Meines Wissens darf Isolationshaft ja nur unter ganz besonderen Umständen verhängt werden, aber egal, wer an einer solchen Show teilnimmt, hat es wohl auch nicht anders verdient.
Aber die Sendung war damit noch nicht zu Ende. Denn als nächstes mussten die Insassen ihre Identität abgeben. Von einer Computerstimme mit dem schönen Namen Alice nach ihrem Namen gefragt, erhielten sie als Antwort: “Inkorrekt. Dein neuer Name ist die Nummer Deiner Zelle.” Schön, nicht. Als Historiker kenne ich das ja noch aus früheren Zeiten, wo man Häftlingen eine Nummer zuteilte, um deutlich zu machen, dass es sich nicht mehr um Menschen handelt. Aber natürlich war damit das Ende der Fahnenstange noch nicht erreicht. Es folgte körperliche Ertüchtigung und dann, ja, dann kam die erste “Challenge”. Die Insassen mussten sich einen Code merken und durften dann endlich schlafen. Allerdings nur bis knapp zur Tiefschlafphase, denn dann wurden sie durch David Hasselhoffs “I am looking for freedom” geweckt - und das Lied endete nicht, bis der korrekte Code eingegeben wurde. Das ging so die ganze Nacht, der Code wurde immer komplizierter und einige Insassen hatten das Vergnügen, die halbe Nacht mit “I am looking for freedom” beschallt zu werden.
Ich will ja jetzt nicht den Spielverderber geben, aber soweit ich weiß, zählen Schlafentzug und Musikbeschallung ganz offiziell zu den verbotenen Foltermethoden. Gut, die Show wird in den USA aufgezeichnet, aber selbst die Amerikaner haben aus gutem Grund im Ausland gefoltert, in Guantanamo, Abu Ghareib und Bagram. Die Vorschau auf die kommenden Folgen verheißt außerdem noch mehr Quälerei, z.B. Stehen auf Nagelbrettern. Schön, nicht? Folter als Fernsehunterhaltung. Ist es wirklich schon so weit gekommen? Leben wir wirklich in einer Gesellschaft, in der wir nicht mehr gegen Folter aufstehen und demonstrieren, sondern sie uns als launige Unterhaltung ins Wohnzimmer holen? Und was kommt demnächst? Russisch Roulette als Spielshow zwischen ehemaligen DSDS-Kandidaten?
Denn auch, wenn die angeblichen Promis in Solitary jederzeit das Spiel abbrechen können, psychische Störungen und Belastungssyndrome können noch Monate später auftreten. Wer weiß, wie ein ehemaliger Insasse reagiert, wenn er bei der Ü40-Party in der Disko “I am looking for freedom” hört? Nicht, dass er verzweifelt versucht, an der Bar einen Code einzugeben… Nein, viel schlimmer ist, dass Folter als Abendunterhaltung geboten wird. Während in Guantanmo auch unter Obama noch Menschenrechte verletzt werden, während in Bagram Waterborading durchgeführt wird, in Syrien Isolationshaft angeordnet und im Iran Menschen gepeitscht und erniedrigt werden, während in Russland Kritiker in psychiatrischen Kliniken verschwinden und im Sudan Regimegegner verschleppt werden, schauen wir auf der Fernsehcouch Solitary, futtern Chips und freuen uns am Schicksal von Menschen, die verzweifelt versuchen, ins Rampenlicht zu kommen. Folter ist kein Spiel und kein Spaß, Folter ist eine Verletzung der Menschenwürde. Und unser Grundgesetz verpflichtet uns und alle staatliche Gewalt in Artikel 1, die Menschenwürde zu schützen. Manchmal vielleicht sogar vor der eigenen Dummheit.
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19.7.2010 von Stefan Grabrucker.
Die Kabinettskriege früherer Jahrhunderte waren ganz besondere Kriege. Man traf sich auf dem Schlachtfeld, kämpfte nach festen Regeln und konnte sich meist auch nach der entscheidenden Schlacht noch in die Augen sehen. Denn Kabinettskriege waren keine Kriege ganzer Völker, sondern Auseinandersetzungen zwischen den Fürsten. Das Volk wurde nur missbraucht, hatte meist gar keine Ahnung, weshalb man in den Krieg zog und wofür man kämpfte. Sicher nicht für höhere Werte, meist ging es um Macht und Prestige des Herrschers.
Glücklicherweise sind diese Zeiten vorbei und Krieg ist die absolute Ausnahme und nicht Mittel der Politik. Glücklicherweise entscheidet in einer Demokratie auch die Volksvertretung über Ziele, Art des Einsatzes, Rechte und Pflichten der Soldaten und Abzugstermin - und nicht einzelne Politiker. Eine Armee darf niemals wieder zur Profilierung oder für egoistische Interessen einzelner eingesetzt werden. Möchte man meinen, doch ein Kabinettskrieger scheint das vergessen zu haben. Vielleicht liegt dies ja an seiner adeligen Herkunft, die Fürsten und Freiherren waren es eben gewohnt, die Truppen nach Gutdünken einzusetzen oder auch einfach mal an andere Nationen zu vermieten. Jedenfalls sprach unser Freiherr, der beliebteste Politiker Deutschlands, gestern auf dem Treffen der JU Oberbayern. Und siehe da, die Bundeswehr steht vor dem Ende, hat einen Wasserkopf und ist in dieser Form nicht in der Lage, die Interessen Deutschlands zu vereteidigen. Für ähnliche Aussagen ließ Franz-Joseph Strauß einmal die Redaktion des SPIEGEL durchsuchen und Redakteure verhaften… Aber egal, ein von und zu Guttenberg darf das natürlich sagen.
Was er aber nicht darf, ist zu behaupten, dass Deutschland auch Kriege führen muss, um seine wirtschaftlichen Interessen zu sichern. Was er nicht darf, ist den ehemaligen Bundespräsidenten Horst Köhler für eine ähnliche Aussage in Schutz zu nehmen. Was er nicht darf, ist anzukündigen, dass die Bundeswehr fit gemacht werden müsse, um auch in Zukunft noch stärker See- und Handelswege zu sichern, weil dies auch dem deutschen Mittelstand helfe. Als Mitglied eines Verfassungsorgans, nämlich der Bundesregierung, darf er dies nicht, weil das Grundgesetz vernünftigerweise dem Einsatz der Bundeswehr sehr sehr enge Grenzen setzt. Von Landesverteidigung ist da zu lesen, von einem Verbot des Angriffskriegs… aber nichts von Wirtschaftskriegen, die erlaubt wären.
Es ist nicht das erste Mal, dass Guttenberg die Bevölkerung auf weitere Einsätze vorbereitet, dass er ganz nebenbei mitteilt, dass Krieg um Rohstoffe und Absatzmärkte geführt werden müsste, dass er denKrieg verharmlost und als quasi normalen Bestandteil der politischen Handlungsmöglichkeiten schön redet. Damit, sehr geehrter Herr Freiherr, verstoßen Sie mindestens gegen den Wesensgehalt unserer Verfassung. Ihr einziges Glück ist, dass kaum jemand ihre verschwurbelten Aussagen nachvollziehen kann - anders ist für mich nicht erklärbar, dass jemand wie Sie beliebtester Politiker ist und als Nachfolger der Kanzlerin gehandelt wird. Wollen wir für unser Land und für die jungen Frauen und Männer bei der Bundeswehr hoffen, dass Sie niemals in die Lage kommen, Kriege um Rohstoffe führen zu können.
So, und jetzt: Abtreten, Freiherr!
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