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25.6.2009 von Stefan Grabrucker.
Ja, ich kann es eigentlich auch kaum mehr hören, in letzter Zeit schreibe ich viel zu häufig von RTL - wo es doch so viele andere schöne Themen gäbe: Die Nichtveröffentlichung bayerischer Empfänger von Agrarsubventionen (noch interessanter sind eigentlich die schon veröffentlichen Nutznießer anderer Bundesländer: Großmolkereien, Lufthansa… hmmm), die (vermeintliche) Rettung von Quelle, Klonfleisch in der Wursttheke oder anderes… aber eines muss ich noch loswerden, dann reicht es auch mal wieder mit RTL.
In der gestrigen Folge von “Erwachsen auf Probe”, die übrigens gar keine Stunde mehr dauerte, sondern früher beendet wurde, vermutlich, damit man in der Nachfolgesendung mehr Werbung unterbringen konnte, lief nur ein einziger Werbeblock. Wobei, Block ist vielleicht übertrieben formuliert. Der Werbeblock bestand nämlich tatsächlich nur aus zwei Werbespots. Einer von DOVE (Pfui!), der andere von clipfish.de. Naja, und clipfish gehört ohenhin zur RTL-Gruppe…
Also, RTL. Rentiert es sich wirklich, eine Sendung anzubieten, die das Image schädigt, wenn man nur einen Werbekunden findet, der in diesem Umfeld werben will? Stellt diese Sendung endlich ein und lasst die Finger von weiteren Staffeln!
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24.6.2009 von Stefan Grabrucker.
Heute ist Mittwoch, Kinderversuchstag bei RTL. Leider wird auch heute wieder eine Folge der Reihe “Erwachsen auf Probe” laufen, aber glücklicherweise fast unter Ausschluss der Öffentlichkeit. Die Zuschauerzahlen sind wohl recht gering und RTL muss mittlerweile einsehen, sich ein gewaltiges Imageproblem eingehandelt zu haben. Denn nicht nur, dass alle offiziellen Stellen RTL vorwerfen, das Kindeswohl zu missachten und ethische Grenzen überschritten zu haben, ziehen sich die Werbekunden bei RTL nach vielen Protesten, u.a. meinen, mehr und mehr zurück. Kaum eine Firma will noch im Umfeld der Sendung werben, lediglich Langnese, scojo.de und MüllerMilch haben das Format verteidigt.
Folgende Firmen haben es aber abgelehnt, “Erwachsen auf Probe” weiterhin als Umfeld für ihre Werbung zu nutzen:
IKEA, Lidl, Storck, Toyota, Ehrmann, frischli, WWK Versicherungen, AXA Versicherungen, VHV Versicherungen, Söhnlein Sekt, sensodyne, Dr. Best, thomapyrin, Bauer Joghurt, Patros, Almette Frischkäse, Danone, easyCredit, Miracoli, Ahoi-Brause, OBI …
Das bedeutet, dass von etwa 25 Firmen, die bisher Werbung gezeigt haben, knapp 20 dies nicht mehr tun wollen. Eine großartige Sache, vor allem, wenn man bedenkt, dass ein Teil der Werbeschaltungen ohnehin von Firmen kam, die mit RTL oder dem Bertelsmann-Konzern (dem gehört RTL nämlich) verbandelt sind.
Mangelnder Zuspruch von Zuschauern und kaum Werbeeinnahmen - eigentlich wäre jetzt der Zeitpunkt für RTL gekommen, Größe zu zeigen und zuzugeben, dass man einen Fehler gemacht hat. Sowohl unternehmerisch, also auch in den Inhalten der Sendung. Mal sehen, ob Frau Schäferkordt von RTL diese Größe besitzt…
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21.6.2009 von Stefan Grabrucker.
Ich bin reich - endlich! Und wissen Sie was - Sie auch! Ja, toll, nicht? Was, das wussten Sie noch nicht? Na, wir beide, Sie und ich und all die anderen Deutschen, wir sind mittlerweile doch Besitzer von so vielen Firmen, man weiß ja gar nicht mehr, was einem alles gehört.
Bisher war das ja noch überschaubar: Als Bayer gehört Ihnen ein Teil von e.on. Das ist wohl der Grund, warum e.on so verantwortungsvolle Energiepolitik betreibt, natürlich niemals auf Atomkraft setzen würde und seine Marktmacht auf gar keinen Fall ausnutzen würde, um Ihnen das Geld aus der Tasche zu ziehen. Und dass der Flughafen im Erdinger Moos auch Ihnen gehört, wussten Sie vermutlich schon. Als Bayer besitzen Sie über den Freistaat 51% und über die Bundesrepublik nochmals 25%. Der Rest gehört München.
Aber jetzt? Jetzt gehören Ihnen plötzlich die Commerzbank und die HypoRealEstate. Und andere Banken haben auch schon nach Staatshilfe gerufen, darunter sogar die VolkswagenBank. Ich hoffe, Sie kennen sich aus in der Welt der Hochfinanz. Wobei, mit den Landesbanken hat das bisher ja auch hervorragend geklappt… Bei Opel mischen Sie natürlich auch kräftig mit, aber erotischer ist Porsche - noch haben die kein Staatsgeld bekommen, ebensowenig wie Schaeffler. Aber warten Sie nur ab, je näher die Bundestagswahl, desto größer der Druck das Füllhorn wieder auszuschütten.
Ach, fast hätte ich es vergessen: Seit Freitag gehört Ihnen auch der Quelle-Katalog. Immerhin. Der Versandhandel läuft ja seit Jahren prima und Quelle stand noch nie auf der Kippe, da kann man schon mal mit Steuergeldern den Katalog drucken lassen. Denn was Herr von und zu Guttenberg für andere ablehnt, muss für bayerische Firmen noch lange stimmen.
Eigentlich schön, wenn Arbeitsplätze gesichert werden. Und wenn es wirklich nur um Überbrückungskredite geht, warum nicht. Weshalb mit unserem Geld und vor allem dem Geld unserer Kinder aber Unternehmen am Leben gehalten werden, die am Markt seit Jahren schon nicht mehr mithalten konnten, ist mir ein Rätsel. Denn die Probleme werden durch den Staatseinstieg oder Steuergelder ja nicht behoben, höchstens verschoben. Bis nach der Wahl. Und dann scheint der Verlust von Arbeitsplätzen ja kein Problem mehr zu sein… Anstatt das wenige Geld, das Deutschland noch hat, in marode Firmen zu stecken, sollten lieber Arbeitsplätze der Zukunft gefördert werden. Durch Umschulungen, Existenzgründerkredite, Forschungsaufträge und Investitionen in Bildung. Aber Hauptsache, jeder Haushalt bekommt seinen Quelle-Katalog. Was macht es da schon, dass in vielen Schulen noch nicht einmal jeder Schüler ein aktuelles Buch zur Verfügung hat.
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18.6.2009 von Stefan Grabrucker.
Ja, ja, es gibt sie, die Erfolge der CSU. Sicher, man hätte in letzter Zeit meinen können, der CSU reichen Ankündigungen und Showeffekte, aber das trifft wohl nur auf den Ministerpräsidenten zu. Frau Haderthauer hingegen kann echte Erfolge feiern. Ach so, ja, Entschuldigung, Frau Haderthauer ist Bayerische Sozialministerin.
So, jetzt aber zu den Erfolgen, von denen sie im Landtag geschwärmt hat: In Bayern konnte die Zahl der außerhäusig betreuten Kinder von 3,5% im Jahr 2002 auf nun 18% gesteigert werden. Das sind doch noch Zahlen. 18% der Kinder erfahren jetzt endlich eine vernünftige Erziehung, werden nicht mehr vorm Fernseher abgestellt oder von völlig unfähigen Eltern links liegen gelassen. Oh? Sie stutzen? Ja, natürlich, Sie haben ja Recht: der ideale Ort für das Aufwachsen eines Kindes ist mindestens bis zum 3. Lebensjahr sein Elternhaus. Natürlich kann eine Mutter oder kann ein Vater sich sehr viel stärker auf sein Kind konzentrieren, als die beste Erzieherin, die gleichzeitig auf acht und mehr Kleinkinder achten muss. Natürlich braucht ein Kind Regelmäßigkeit, braucht Vertrauenspersonen, braucht Geborgenheit und Liebe. Natürlich braucht ein Kind eine Bindung zu einem Menschen, dem man ein ganzes Leben lang verbunden ist. Sagen zumindest Hirn- und Bindungsforscher. Aber was solls… 18% mehr Kinder in Krippen bedeutet 18% mehr Eltern, die der Wirtschaft zur Verfügung stehen. Und darum geht es doch, oder? Um Profit…
Sie wollen wissen, warum niemand Kritik geäußert hat? Doch, keine Sorge, die gab es im Landtag natürlich. Die SPD hat sich zu Wort gemeldet. Und dann gleich Frau Haderthauer vorgeworfen, immer noch am traditionellen Familienbild festzuhalten. Ist aber auch schlimm, wenn Vater oder Mutter sich selbst um ihr Kind kümmern, wo gibt es denn sowas.
Tja, als ob Kinder Gegenstände wären. Als ob Kinder keine Wünsche und Bedürfnisse hätten. Als ob Kinder keine Gefühle hätten. Als ob Eltern völlig unfähig wären. Glückwunsch CSU, dieser Erfolg muss gefeiert werden!
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16.6.2009 von Stefan Grabrucker.
Finden Sie Eichhörnchen nicht auch wahnsinnig putzig? Es soll sogar Menschen geben, die Eichhörnchen zahm machen. Wie das funktioniert? Nun, sie füttern die kleinen Tierchen einfach an. Ein paar Nüsschen oder Zapfen und die Gier und der Hunger des Tieres werden die Scheu vor dem Menschen überwinden. Und nach einiger Zeit des Anfütterns wird das Tier Vertrauen zu ihnen fassen und seine Angst verlieren. Und wir wollen mal hoffen, dass Sie nichts Böses im Schilde führen…
Nicht wie die FMG, die ein weiteres Stück Heimat zubetonieren möchte, die den Menschen der Landkreise Erding und Freising noch mehr Lärm und Dreck zumuten möchte, nur, um noch mehr Profit zu machen. Die Gier ist offensichtlich unbegrenzt. Aber natürlich regt sich auch Widerstand gegen die Pläne, zum Glück. Hm, was tun? Erinnern Sie sich an unser Eichhörnchen? Genau so funktioniert es. Sie füttern die Entscheidungsträger einfach an. Hier mal eine Einladung, dort mal Freikarten, z.B. zum Dellhausener Volksfest. Und schon sind die Damen und Herren Politiker in guter Stimmung, offen - und zahm.
Juristen und Korruptionsexperten sprechen in diesem Zusammenhang tatsächlich von Anfüttern, von einem langsamen Gefügig- und Abhängigmachen. Ich wurde heute gefragt, weshalb unsere Kreisrätin Roswitha Bendl die Einladung der FMG ausgeschlagen hat, es sei doch ganz harmlos. Leider ist es das nicht, es ist die erste Stufe der Korruption. Wer Vorteile oder Geschenke annimmt, der macht sich abhängig. Auch bei Kleinigkeiten. Unverständlich ist also nicht das Verhalten der ÖDP, die solche Geschenke und Einladungen grundsätzlich ablehnt, unverständlich ist das Verhalten der übrigen Kreisrätinnen und Kreisräte, die offenbar bedenkenlos die Hand aufhalten.
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15.6.2009 von Stefan Grabrucker.
Der heutige Eintrag in meinem Blog ist mit einem einfachen Wort überschrieben: Danke.
Nein, ausnahmsweise gar nicht an Sie als Leser, sondern an die vielen Firmen und Unternehmen, die mir in den letzten Tagen geschrieben haben, als Reaktion auf meine Beschwerde über deren Werbespots im Umfeld der RTL-Sendung “Erwachsen auf Probe”. Ich will heute gar nichts mehr über dieses Sendeformat schreiben, es erübrigt sich angesichts des Niveaus der Sendung jeglicher weiterer Kommentar.
Aber eines möchte ich doch auch öffentlich zum Ausdruck bringen, den Dank an unzählige Firmen, die gesellschaftspolitische Verantwortung zeigen, die nicht nur auf Marktzahlen und Einschaltquoten schielen, sondern sehr genau überlegen, welche Sendung sie mit ihrer Werbung und damit ihrem Geld unterstützen. Denn eines ist klar: RTL wird keine zweite Staffel von “Erwachsen auf Probe” mehr drehen, wenn sich mit der Sendung kein Geld verdienen lässt.
Umso erfreuter bin ich über Rückmeldungen von Storck, VHV Versicherungen, Toyota, frischli, Söhnlein Sekt, sensodyne, Dr. Best, tomapyrin, Bauer Joghurt, patros, IKEA, Danone (trotz anfänglichem Widerstands) und anderen, die mir bestätigt haben, dass “Erwachsen auf Probe” sicher nicht das richtige Umfeld für ihre Werbung ist und die diese Sendung nicht mehr unterstützen wollen.
Oder - und das ist eigentlich noch erfreulicher - gar nicht unterstützen wollten. Denn mittlerweile weiß ich schon von zwei Unternehmen, dass diese niemals einen Werbespot im Umfeld der Sendung gebucht hatten, sondern dass RTL ohne Rückfrage kostenlose Freispots geschaltet hat. Gibt es wohl nicht mehr genügend zahlende Kunden, die während dieser Sendung werben wollen?
Ein Hoffnungsschimmer… für die leidtragenden Kinder, für die Qualität des deutschen Fernsehens und für eine Gesellschaft, in der Kinder immer mehr zum Objekt gemacht und in ihren Bedürfnissen, Ängsten und Sorgen kaum mehr ernst und wahr genommen werden.
In diesem Sinne: Danke an alle verantwortungsbewussten Unternehmen in diesem Land!
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11.6.2009 von Stefan Grabrucker.
Trotz der vielen Proteste gegen die Sendung “Erwachsen auf Probe” hält RTL an der Ausstrahlung weiter fest, gestern lief die zweite Folge über die Fernsehschirme. Vielleicht kommt RTL die Aufregung um das Format aber gerade Recht, Skandale erhöhen leider die Quote und damit kann RTL mehr Werbeeinnahmen erlösen. Kenner meines Blogs wissen, dass genau an dieser Stelle mein Versuch ansetzt, mich gegen die Sendung zu wehren, in der Kleinkinder zu Versuchsobjekten degradiert werden, in der die Bedürfnisse der Kinder missachtet und verleugnet werden.
Nachdem ich viele und durchwegs positive Reaktionen auf meinen Blog-Eintrag vom 04.06. erhalten habe, stelle ich den Text, den ich den werbetreibenden Firmen schicke, ans Ende des heutigen Eintrags. Vielleicht dient er Ihnen ja als Anregung…
Ich jedenfalls habe die gestrige Ausgabe aufgezeichnet und bin dann von Werbeinsel zu Werbeinsel gehüpft - ein ziemlich sonderbares Sehverhalten, aber den Inhalt der Sendung wollte ich mir nicht mehr antun (mir reichte die eine Stelle, in der eine Mutter, die ihr Kind abgeben hat, meinte, ihr Kind sei ganz anders als sonst, offensichtlich spüre es die Unsicherheit der Probeeltern. Nun ja, vielleicht war es von der Trennung und der Situation auch einfach überfordert, aber Intelligenz ist sicher keine Eigenschaft der Eltern, die ihre Kinder für Menschenversuche zur Verfügung stellen). In der gestrigen Ausgabe der Sendung haben jedenfalls folgende Firmen Werbespots geschaltet - und müssen deshalb künftig auf mich als Kunden verzichten:
Antistax - (schon wieder) Danone und scoyo.de - funny frisch - Bauer Joghurt - Stern - Nestle Naturnes - Garnier (Wiederholungstäter) - Miracoli - Ford - Langnese - Toyota - Patros - Ahoi Brause - MediaMarkt - Leckermäulchen.
Erfreulich war, dass die Firmen VHV Versicherungen, Storck, Söhnlein, Dr. Best und sensodyne wie angekündigt keine Werbung mehr geschaltet haben. Vielen Dank! Die Firmen Danone, Langnese und MüllerMilch habe mittlerweile auch schon auf mein Schreiben reagiert, sehen aber keinen Anlass, ihr Verhalten zu überdenken - so dass ich keine Möglichkeit mehr sehe, Kunde bei diesen Firmen zu sein.
So, und hier wie von einigen gewünscht der Text meiner Schreiben an die Unternehmen:
Sehr geehrte Damen und Herren,
letzten Mittwoch lief die erste Folge der RTL-Serie “Erwachsen auf Probe”, in der Kleinkinder von ihren Eltern getrennt werden und zu Versuchszwecken an mehr oder weniger reife Jugendliche gegeben werden. Alle Experten sind sich einig, dass die Kinder dadurch seelisch leiden. Kinder brauchen gerade im Kleinkindalter Bezugspersonen, müssen Vertrauen aufbauen. Die RTL-Sendung stellt demnach in meinen Augen eine Verletzung der Menschenwürde dar.
Leider hat Ihre Firma die Sendung und den Wirbel um das Sendeformat genutzt, um seinen Umsatz zu steigern. Die Tatsache, dass Ihr Unternehmen während dieser Sendung Werbung geschaltet hat, zeigt, dass Sie bereit sind, von dem Leid der Kleinkinder zu profitieren. Deshalb kommt es für meine Frau, meine drei Kinder und mich nicht mehr in Frage, Produkte Ihrer Firma zu erwerben.
Auch als Unternehmen tragen Sie gesellschaftliche Verantwortung, der Sie nicht im Ansatz gerecht geworden sind.
Teilen Sie mir bitte mit, ob Sie künftig Werbespots während dieser RTL-Sendung unterlassen werden.
Mit freundlichen Grüßen,
Stefan Grabrucker, M.A.
Nachtrag:
Hoppla, das ging ja flott. Die Firma frischli (Leckermäulchen) bedauert die nicht abgesprochene (!) Platzierung des Werbespots im Umfeld dieser Sendung und wird mit RTL reden. Die Schaltung der Werbung während “Erwachsen auf Probe” war nicht im Sinne der Firma. Gut so!
Der Firma Toyota ging es ebenso, auch sie wird keine weitere Werbung mehr schalten. Bauer Joghurt hat RTL ebenfalls mitgeteilt, dass “Erwachsen auf Probe” nicht das richtige Umfeld für die Firma ist. Scoyo.de und MediaMarkt hingegen möchten auf die vielen Zuschauer der Sendung nicht verzichten - auf mich dann also schon.
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8.6.2009 von Stefan Grabrucker.
Die Demokratie in Deutschland leidet - allen Beteuerungen der Politiker zum Trotz. Etwa 40% Wahlbeteiligung bedeuten, dass nicht einmal mehr jeder zweite Bundesbürger sein Mitspracherecht in Anspruch genommen hat. Aus der Herrschaft des Volkes wird so nach und nach eine Herrschaft einer Minderheit, die sich noch nicht verzweifelt und frustriert von der Politik abgewandt hat.
60% Nichtwähler - und was passiert? Nichts, die Altparteien gehen wie gewohnt zur Tagesordnung über. Sie tun so, als sei eine historische Schlappe ein positives Signal für die Bundestagswahl (Müntefering von der, der, na, wie heißt diese Kleinpartei gleich nochmal?), debattieren darüber aus welcher Partei der nächste deutsche EU-Kommissar kommen soll (CSU und CDU und SPD) oder jubeln über Zuwächse, die zwar nicht dem Programm, wohl aber der Unzufriedenheit der Bürger geschuldet sind. Aber es wird weitergehen wie bisher…
Noch mehr Menschen werden sich angewidert abwenden, weil man ihnen vorgaukelt, es könne alles weitergehen wie bisher, weil man so tut, als könne man unbeschadet aus einer der größten Wirtschaftskrisen kommen, weil man so tut, als hätten Kinder keine Bedürfnisse und Rechte, weil man so tut, als gäbe es den Klimawandel nicht und als könnten wir weiterhin auf Kosten der weniger entwickelten Länder und der künftigen Generationen leben. Hauptsache, man steht in der Öffentlichkeit in einem guten Licht da, hauptsache, man kann heute Erfolge vorweisen, ohne auf das Morgen zu achten. Wie es dem Planeten geht, ist dabei unerheblich - wir haben ja noch andere Sterne.
Insofern ist es für mich persönlich unverständlich, wie viele Menschen bei einer Entscheidung zwischen mehreren Übeln das kleinere wählen, anstatt etwas Neues zu versuchen. Warum wählen unzufriedene Unionswähler FDP oder Freie Wähler? Warum die FDP, deren Politikansatz für Entscheidungen verantwortlich ist, die unsere Gesellschaft schnurstracks in die derzeitige Krise geführt hat? Warum die Freien Wähler, die keine Antworten geben und nur durch platte Sprüche auf sich aufmerksam gemacht haben und von einer profilierungssüchtigen Möchtegernpolitikerin geführt werden? Warum wählen enttäuschte SPD-Wähler grün? Obwohl die Grünen in der Regierungsverantwortung unter Schröder für den Anbau genmanipulierter Pflanzen verantwortlich waren, Deutschland in zwei Kriegseinsätze geführt haben, einen Wandel zu Ungunsten der Kinder in der Familienpolitik herbeigeführt haben, die Finanzmärkte dereguliert haben und damit erst die Schleusen für Gier und Egoismus geöffnet haben?
Es sind zwei Entwicklungen des gestrigen Wahltages, die mir große und echte Sorgen bereiten: Die fehlende Begeisterung für politische Teilhabe, also die Abwendung von der Demokratie als Staatsform, und das Wechseln zwischen Übeln, die sich nur in Nuancen unterscheiden. Ich bin mittlerweile 35, meine Zeit ist durchaus absehbar und ich selbst werde wohl noch ganz gut leben können, aber was ist mit meinen Kindern? Welche Welt hinterlassen wir unseren Kindern?
Es gibt Tage, da empfinde ich Scham über das, war wir unserer Welt und unseren Kindern antun.
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7.6.2009 von Stefan Grabrucker.
Liebe Freie Wähler, lieber Herr Aiwanger,
Sie sind ja noch recht neu im politischen Geschäft und haben insofern wenig Erfahrung. Verstehen Sie meine Ausführungen also bitte nicht als Anmaßung, sondern eher als liebevolle Ermahnung. Schließlich will ich nur helfen.
Aber worum geht es konkret? Sie, lieber Herr Aiwanger, sind ja nun Vorsitzender der Fraktion der Freien Wähler im Bayerischen Landtag. Und Ihre Fraktion erhält für die politische Arbeit auch Fraktionsgelder, aber das wissen Sie ja, schließlich haben Sie einer Erhöhung um 40% ja ohne weiteres zugestimmt. Ich gehe deshalb auch davon aus, dass irgendwer Ihnen gesagt haben wird, dass die Fraktionsgelder nur für die Arbeit der Fraktion verwendet werden dürfen, also um z.B. Experten einzuladen, die Wähler über Ihre Arbeit im Landtag zu informieren oder ähnliches. Ausdrücklich verboten ist es, Parteiwerbung mit Fraktionsgeldern zu finanzieren. Man spricht dann von Missbrauch, Herr Aiwanger.
Ah, Sie beginnen zu grübeln. Das ging mir gestern ebenso. Denn als ich den Bayernteil der Süddeutschen Zeitung aufschlug, wer grinste mich an, Herr Aiwanger? Richtig, Sie höchstpersönlich, in Ihrer Eigenschaft als Fraktionsvorsitzender. Und auch die Anzeige war deutlich als ein Inserat der Landtagsfraktion gekennzeichnet. Hoppla, dachte ich, was haben die Freien Wähler denn plötzlich im Landtag erreicht, dass Sie gleich die Bevölkerung informieren wollen. Richtig, nichts, wie zu erwarten. Sie wollten nur dazu aufrufen, bei der heutigen Europawahl die Freien Wähler zu wählen.
So, Herr Aiwanger. Und jetzt verknüpfen Sie doch bitte die Aussagen der beiden Absätze: Die Verwendung von Fraktionsgeldern zu Wahlkampfzwecken ist missbräuchlich und daher verboten. Ihre Anzeige in der SZ war von der Fraktion, machte aber Wahlwerbung. Und, macht es klick, Herr Aiwanger? Ist das der frische Wind der Freien Wähler?
Einfach mal nachdenken - und dann im Landtagsamt zu Kreuze kriechen und die missbräuchlich verwendeten Steuergelder zurückzahlen!
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5.6.2009 von Stefan Grabrucker.
Schön, wenn einem der Geldbeutel locker sitzt. Man kann sich etwas gönnen, man kann die Konjunktur ankurbeln, man kann Geschenke machen und man kann ganze Betriebe retten, zumindest bis nach dem Wahltag. Schade nur, dass es nicht das eigene Geld ist, sondern das unserer Kinder und Kindeskinder. Aber was solls, nach uns die Sintflut.
Ich will heute aber gar nicht über die Milliarden für Bankversager, Autobauer und Millionäre schreiben, sondern über einen vergleichsweise geringen Betrag. Aber wer sparen ernst meint, muss gerade bei Kleinbeträgen beginnen. Sagt zumindest der RTL-Schuldnerberater Peter Zwegat, aber den Sender schaue ich ja nicht mehr. Jedenfalls muss jemand, der massiv überschuldet ist, sparen. Das heißt, alles muss auf den Prüfstand. Braucht man zum Beispiel wirklich zwei Autos? Schließlich kosten Autos Geld, Anschaffung, Unterhalt, Versicherung, etc.
Unser Ministerpräsident, Horst Seehofer, der in seiner kurzen Amtszeit bereits soviele Schulden angehäuft hat wie die anderen Ministerpräsidenten vor ihm zusammen, braucht offensichtlich ganz dringend zwei Fahrzeuge. Einen BMW mit beleuchtetem Wappen des Freistaats und einen Audi mit eingravierter Unterschrift Seehofers in der Einstiegsleiste. Toll, nicht. Ärgerlich nur, dass die Fahrzeuge des Ministerpräsidenten finanziert werden müssen - und zwar von uns. Von Ihnen, von mir.
Warum Seehofer zwei Autos braucht? Keine Ahnung, vermutlich, weil Audi und BMW brave Spender an die CSU sind.
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