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Der Erwin schreibt dem Huber

Es war einmal ein Mann, der für den Abbau von Subventionen eintrat und einen eisernen Sparwillen an den Tag legte. Gut, die letzte Wahl war gerade vorbei und man hatte eine satte Mehrheit, da konnte man sich so etwas schon mal trauen. Der Mann, nennen wir ihn Huber, setzte mit seiner Partei auch durch, dass die ersten 20 Kilometer von Fahrten zum Arbeitsplatz nicht mehr steuerlich geltend gemacht werden konnten.

Nach dieser Entscheidung gingen einige Jahre ins Land, und das, was vernünftige Menschen schon lange wussten, trat ein: das Öl wurde knapper, die Nachfrage wuchs und der Preis stieg entsprechend. Und außerdem standen Wahlen vor der Tür und für die CSU sah es gar nicht gut aus. Was tun? Da fiel einem Mann, nennen wir ihn Erwin, ein, dass man ja die Autofahrer entlasten könnte. Also sammelte Erwin Unterschriften, vor den Werkstoren von BMW, bei Veranstaltungen und Infoständen - schließlich müsse man etwas für die kleinen Leute tun. Und sein weißer Audi verbrauchte ja auch so einiges…

Zwar übersah Erwin dabei, dass die Wiedereinführung der Pendlerpauschale gerade den ganz kleinen Leuten, Minijobbern, Hartz-IV-Aufstockern und Teilzeitarbeitern, kaum Vorteile bringt, denn wer keine oder nur wenig Steuern zahlt, kann auch nichts absetzen, aber so eng darf man das nicht sehen. Es ist ja Wahlkampf - und wen interessiert da schon die Staatsverschuldung, derentwegen man die Subvention abgeschafft hat, oder der Klimaschutz. Vorschläge, wie z.B. die Mehrwertsteuer auf Bus- und Bahnkarten zu senken, kann man da locker vom Tisch wischen.

Erwin sammelte also fleißig Unterschriften, gegen diejenigen, welche die Pendlerpauschale abgeschafft hatten und die an der Macht waren. Als er genügend beisammen hatte, packte er sie in einen Umschlag und schickte sie an den Huber, der Erwin. Denn der war ja schuld. Und der Huber gab dem Erwin natürlich Recht.

Und da die ganze Sache so gut in den Wahlkampf passte, dachte sich der Huber: Erwin, gut gemacht.

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